Ratgeber für Wiederverkäufer
Höchstpreis beim Ankauf berechnen: So bleibt deine Marge
Wie viel du beim Ankauf höchstens zahlen darfst: eine einfache Formel mit Verkaufspreis, Gebühren, Kosten, Zielgewinn und § 25a, mit Beispiel.
Im Second-Hand-Handel wird der Gewinn beim Einkauf gemacht. Wer zu teuer ankauft, holt das beim Verkauf nicht mehr auf. Die Lösung ist ein Höchstpreis, den du vor jedem Ankauf kennst und an den du dich hältst.
Rückwärts rechnen statt schätzen
Starte beim Verkaufspreis und zieh alles ab, was zwischen Ankauf und Geldeingang anfällt:
- Verkaufspreis: was Käufer für diesen Artikel in diesem Zustand wirklich zahlen.
- Gebühren des Verkaufskanals, inklusive Zahlungsabwicklung.
- Versand und Verpackung, soweit sie nicht der Käufer trägt.
- Teile und Material für die Aufbereitung.
- Arbeitszeit, wenn du sie einrechnen willst.
- Umsatzsteuer, je nach Besteuerung.
- Zielgewinn: was dir der Artikel mindestens bringen soll.
Die Formel bei Differenzbesteuerung
Kaufst du von Privatleuten und verkaufst nach § 25a UStG, zahlst du Umsatzsteuer nur auf die Differenz zwischen Verkaufs- und Einkaufspreis. Daraus ergibt sich eine einfache Formel:
Höchst-EK = Verkaufspreis − 1,19 × (Gebühren + Kosten + Zielgewinn)
Der Faktor 1,19 berücksichtigt, dass in jedem Euro Marge 19 % Umsatzsteuer stecken.
Rechenbeispiel
Ein Laptop verkauft sich in gutem Zustand für 300 €. Der Kanal kostet rund 30 € Gebühren, Versand und Verpackung 8 €, ein neuer Akku 10 €. Du willst mindestens 50 € verdienen.
- Gebühren, Kosten und Zielgewinn: 30 + 8 + 10 + 50 = 98 €
- mal 1,19: 116,62 €
- Höchst-EK: 300 − 116,62 = 183,38 €
Gegenprobe: Bei 183,38 € Einkauf beträgt die Differenz 116,62 €. Darin stecken 18,62 € Umsatzsteuer. Es bleiben 300 − 183,38 − 18,62 − 30 − 18 = 50 €.
Woher der Verkaufspreis kommt
Der wichtigste Wert ist zugleich der unsicherste. Ein paar Regeln:
- Verkaufte Angebote statt Angebotspreise. Was auf einem Portal angeboten wird, ist noch nicht verkauft.
- Median statt Höchstwert. Einzelne Ausreißer verzerren das Bild.
- Gleiches Modell, gleicher Zustand. Ein T480 ist kein T480s, Grade C ist nicht Grade A.
- Eigene Verkäufe sind die beste Quelle, sobald du genug davon hast.
Risiko einpreisen
Nicht jeder Artikel ist so gut, wie er beim Ankauf aussieht. Bei ungeprüfter Ware, fehlendem Zubehör oder unklarer Herkunft ziehst du einen Abschlag ab. Lange Standzeiten binden Kapital: Ein Artikel, der drei Monate liegt, ist weniger wert als einer, der in einer Woche verkauft ist.
Bei Regelbesteuerung
Kaufst du mit ausgewiesener Umsatzsteuer ein, etwa von einem Händler, rechnest du mit Nettopreisen: Die Vorsteuer aus dem Einkauf bekommst du zurück, auf den Verkauf zahlst du die volle Umsatzsteuer. Welche Variante für einen Artikel gilt, klärt der Artikel zur Differenzbesteuerung.
So hilft RefurbOS
RefurbOS verfolgt die eBay-Marktpreise deiner Modelle automatisch und berechnet daraus mit deinen Gebühren, Kosten und deiner Zielmarge den Höchst-EK. Der Ankauf zeigt ihn vor dem Kauf an, für Einzelstücke und für ganze Posten. Mit „Anzeige einfügen“ liest die KI Modell, Zustand und Mängel aus einer Anzeige. Für einzelne Artikel rechnest du kostenlos mit dem §25a-Margenrechner.
Allgemeine Information, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Im Einzelfall hilft dein Steuerberater.